Mendener Kurzhistorie


Ja, ja, die Mendener Geschichte war schon kompliziert!

Hier eine kleine Historie


Es war einmal ein kleines Dorf Menden, in dem hauste ein Ritter namens Ludwig von Menden (Anfang 12.Jahrhundert). Dieser hatte drei Söhne, Ludwig, Hermann und Adalbert. Sohn Ludwig hatte einen Sohn, Ludwig, Enkel des ersten Ludwig von Menden. Dieser Enkel Ludwig hatte auch drei Söhne, Cuno, Hermann (1209 Kanoniker zu St. Gereon in Köln), und Ludwig (1202 Burgmann zu Blankenberg). Erstgeborener Cuno hatte wiederum einen Sohn, dieser hieß wiederum Ludwig und der hatte vier Söhne: Ludwig, Ritter (1257-1290 Vogt zu Lülsdorf), Reiner (1269 Kanoniker an St. Cassius in Bonn), sowie Conrad und Gyselbert (beide 1298 Brüder im Tempelorden zu Niederbreisig). Ludwig hatte zwei Söhne, Adolf und Reiner. Der nächste Burgherr hieß Philipp von Menden und war 1364 Schöffe in Siegburg. Er war Vater von Heinrich, Pilgrim, Ludwig, Luchardis und Daniel von Menden. Von Heinrich stammte Philip von Menden (um 1400) und von Ludwig Agnes, die 1411 Nonne wurde. Von Philipp stammten wiederum Ludwig und Franko von Menden. Die ganze Sache führte von Ludwig zu Dietrich, von dem zu Everhard, von diesem zu Dietrich bis zu Johann von Menden (Anfang 17. Jahrhundert), der Johanniter war und der Letzte seines Stammes. Danach starben die von Menden aus und andere Familien regierten in Menden.

Mendener Geschichte Teil II: Seit etwa 1400 bildeten die Gemeinden des Amtes einen Teil des Amtes Blankenberg, dem größten Amte des Herzogtums Berg. Im Jahre 1555 gehörten zum Kirchspiel Niederpleis die Hundschaften: Boestorp (heute Buisdorf), Niederpleß (heute Niederpleis) und Mullendorf (heute Mülldorf), zum Kirchspiel Menden: Overmenden, Niedermenden und Mendorf (heute Meindorf), die beiden anderen Gemeinden Hangelar und Holzlar, wurden gleichfalls als Hundschaften bezeichnet. Von 1770 bis 1791 stieg die Einwohnerzahl im Kirchspiel Menden von 621 auf 725, es gab 121 Heiraten, 533 Geburten und 449 Sterbefälle.

1794 besetzten die Franzosen Köln, Bonn und Koblenz. Das Amt Blankenberg mußte französische Soldaten einquartieren. 1796, nach der Schlacht am Käsberg, bei der die Kaiserlichen Truppen die Franzosen besiegten, zogen sich diese zurück und Siegburg war am 21.9.1796 wieder in der Hand der Kaiserlichen. Nach dem Vertrag von Schönbrunn 1805 wurde das Herzogtum Berg an Napoleon abgetreten. 1808 wurde durch Napoleon die Leibeigenschaft aufgehoben und 1809 das Lehnswesen, so daß die Bauern auf dem bisher von ihnen in Abhängigkeit bearbeiteten Boden Eigentümer wurden, wie die Vasallen Freibesitzer. Nach dem Abzug der Franzosen (nach der Völkerschlacht bei Leipzig) kamen die Preußen ins Land. 1820 wurden die Kreise Siegburg und Uckerath zum Siegkreis zusammengefaßt. 1837 gab es im Amt Menden zwei Rittergüter:Die Burg Menden mit 321 Morgen, 8 Ruten, 25 Fuß Ackerland, Wiesen, Weidenholz und Ödland. Dann die Burg Niederpleis mit 164 Morgen, 129 Ruten, 90 Fuß. Daneben  gab es 10 Vollbauern mit je 150 Morgen Land, 115 Bauern mit Pferden oder einer anderen Gespannkraft (daher Halbspanner) mit je 50 Morgen Land und 465 Bauern mit je 6 Morgen Land.

Menden 1963: Das Gebiet des Amtes Menden ist mit seinen 37qkm ein kleiner Teil des Siegkreises. Es setzt sich aus folgenden sieben Gemeinden zusammen:   Menden, Hangelar, Niederpleis, Siegburg-Mülldorf (seit 1977 Mülldorf, Stadtteil von Sankt Augustin), Holzlar (heute Stadtteil von Bonn), Buisdorf und Meindorf. Es hat eine bevorzugte geographische Lage zwischen Rhein und Sieg, im Süden und Osten begrenzt durch die Ausläufer des Westerwaldes-Ennert bis zu den Höhen nach Niederpleis-, die in die niederrheinische Tiefebene übergehen. Im Jahre 1871 lebten im Amt ca. 5000 Menschen, 1925: 11200, 1939: 12524, 1963 ca. 26000 und heute sind es ca. 60000.

1977 wurde aus dem Amt Menden die Stadt Sankt Augustin und Menden ein Ortsteil. Trotz dieser Zwangseingemeindung von Menden in die Stadt Sankt Augustin ist es der bedeutenste Ortsteil geblieben und Menden hat nach wie vor eine herausragende Stellung innerhalb der Stadt. ;-)


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Last modified on 21-Jan-99 by Thomas Schürger (t.schuerger@menden.org)